Rosskastanie

Aesculus hippocastanum

Wer kennt sie nicht, die rotbraunen, glänzenden Früchte der Rosskastanie die sich hervorragend zum Basteln eignen. Sie wachsen in einer dicken, grünen, stacheligen Hülle heran. Sind sie reif, so springt die Hülle auf und gibt den Samen, also die bis zu 6 cm große Kastanie frei.

Merkmale
Die Blätter der Rosskastanie beginnen mit ihrer Entwicklung als große, klebrige Knospen. Sind die Blätter ausgewachsen so haben sie einen bis zu 15 cm langen Stiel. Dieser bietet den gefingerten Blättern, 5-7 an der Zahl, Halt. Die Rosskastanie ist der einzige Baum in unseren Breiten der über eine derartige Blattstruktur verfügt.

Die Blütenstände sind von zylindrischer bis konischer Form, durch die Größe fallen sie zur Blütezeit im Mai auf.

Verbreitung
Die Rosskastanie war ursprünglich über ganz Europa verbreitet, aufgrund der letzten Eiszeit zog sie sich auf die Mittelgebirge Griechenlands zurück. Erst vor rund 450 Jahren breitete sie sich wieder nach Mitteleuropa aus. Der Baum ist auch im Nationalpark Donau-Auen zu finden. Auf den Auwiesen wurde er einst als Wildfutterbaum angepflanzt.

Gefährdung und Schutzstatus
Seit einigen Jahren wird Aesculus hippocastanum von der Rosskastanien-Miniermotte heimgesucht. Sie wurde aus Mazedonien eingeschleppt und vermehrt sich ausgesprochen schnell. Bei starkem Befall können bis zu 500.000 Miniermotten in den Blättern saugen. Als Folge werden diese schon im Sommer braun und fallen schließlich ab. Nach langjährigem Befall kann von einer Schwächung des Baumes ausgegangen werden.

Lebensweise
Im Freistand erscheint der bis zu 25 m hohe Baum meist sehr stattlich. Der Stamm ist mächtig und lässt sich bis in die obere Kronenregion klar verfolgen. Der Baum kann bis zu 300 Jahre alt werden.

Die Rosskastanie ist nicht mit der Edelkastanie (Esskastanie) verwandt! Die Bezeichnung Rosskastanie ist nur durch die Ähnlichkeit der Früchte mit der Edelkastanie motiviert, beziehungsweise weil die Samen als Rossarznei - gegen Husten - und als Pferdefutter verwendet wurden.

Besonderes
Die Blüten der Rosskastanie verfügen über eine einzigartige Eigenschaft. Sobald sich die strahlend weißen oder roten Kerzen öffnen ist an den oberen Kronblättern ein gelbes Mal, genannt  „Saftmal“ zu sehen. Einige Tage später hat sich die Farbe auf ein leuchtendes Rot verändert. Die Nektar sammelnden Insekten können an Hand der Farbe deuten, ob die Blüte noch Nektar anzubieten hat oder nicht. Hat sich das Saftmal rot gefärbt, so zahlt sich ein Besuch der Blüte nicht mehr aus. Dadurch wird sicher gestellt, dass alle Blüten ausreichend bestäubt werden.

Die Früchte der Rosskastanie sind für den Menschen ungenießbar, für viele Tiere stellen sie jedoch wahre Leckerbissen dar. Aber auch für den Menschen hat die Kastanie in der Naturheilkunde eine große Bedeutung. So wirkt sie durchblutungsfördernd und wird besonders gegen Venenleiden eingesetzt.

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