Scharbockskraut, Feigwurz

Ranunculus ficaria

Der Name Scharbockskraut leitet sich von der Vitaminmangel-Krankheit Scharbock (Skorbut) ab, da die Vitamin C-hältigen Blätter der frühblühenden Pflanzen früher gegen diese Beschwerden eingenommen wurden.

Merkmale
Die mehrjährige krautige Pflanze erreicht Wuchshöhen von 10 bis 30 cm. Auffallend sind ihre goldgelben Blüten mit je 8 bis 11 Kronblättern.

Die Laubblätter sind herz- bis nierenförmig und oft fettig-glänzend. Der niederliegende bis aufrechte Stängel ist kahl.

Verbreitung
Diese vor allem in Nord- und Mitteleuropa vorkommende Art ist häufig in Auwäldern, krautreichen Laubmischwäldern, Obstgärten, feuchten Wiesen oder Hecken im Frühling anzutreffen.

Gefährdung und Schutzstatus
Die Art ist nicht gefährdet.

Lebensweise
Das Scharbockskraut bildet als Frühjahrsblüher oft die 1. grüne Bodenschicht, noch bevor Bäume und Sträucher ihre Blätter entwickeln. Bereits im Mai schließt der Frühjahrgeophyt seinen Lebenszyklus nach der Blüte ab und zieht sich in den Boden zurück.

Obwohl die auffälligen gelben Blüten stark von Fliegen und Bienen frequentiert werden kommt es kaum zur Samenbildung. Das Scharbockskraut vermehrt sich vorwiegend ungeschlechtlich über die zum Teil keulenförmig verdickten Wurzeln und Brutknöllchen (Bulbillen) in den Blattachseln.

Diese weizenkorngroßen Knöllchen fallen von den schon im Mai wieder absterbenden Sprossen ab, überwintern an der Erdoberfläche und wachsen im nächsten Frühjahr zu neuen Pflanzen aus.

Besonderes
Das Scharbockskraut ist in großen Mengen giftig, da es Protoanemonin in den Blättern bildet. Etwa ab der Blütezeit bildet sich das Gift in höheren Konzentrationen in den Blättern.

Die Brutknöllchen der Pflanze wurden früher als Kapernersatz verwendet.

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