Wasserpflanzen – Sumpfdotterblume

Caltha palustris

Von weitem fallen einem schon die sonnengelben, großen Blüten im Frühjahr auf. Die Sumpfdotterblume gilt als typische Zeigerpflanze für Feuchtigkeit oder Nässe im Boden.

Merkmale
Die 15 bis 60 cm hohe Pflanze hat hohle Stängel die bogig aufsteigen und im oberen Bereich verzweigt sind. Darauf sitzen die dunkelgrünen Blätter mit einer herz- bis nierenförmigen Gestalt und fettig-glänzenden Oberfläche. Die oberen ungestielten Blätter umfassen den Stängel während die unteren Blätter gestielt sind.

Zwischen März und Mai kann man die bis zu 5 cm breiten dottergelben Blüten finden, die einzeln aus der Pflanze hervorragen. Sie bestehen jedoch nicht aus Blütenblättern, sondern werden aus den Kelchblättern gebildet. Gut zu sehen sind die zahlreichen Staubblätter in der Mitte der strahlenden Schalenblüten. Die glänzend goldgelbe Färbung ergibt sich auf Grund von Karotinoiden.

Verbreitung
Caltha palustris wächst im gesamten europäischen Raum und gedeiht auch in Höhenlagen bis zu 2500 m.

Gefährdung und Schutzstatus
Durch Trockenlegung von Feuchtgebieten und die Begradigung von Bächen und deren Ufern fallen immer häufiger die geeigneten Lebensräume für diese Pflanze weg. Zusätzlich werden immer mehr Wiesen planiert, um das Mähen zur Futtergewinnung zu erleichtern. Die ehemaligen Senken und Mulden verschwinden als potentieller Lebensraum für die Sumpfdotterblume für immer. Daher ist die Art überall im Rückgang begriffen und teilweise sogar schon auf den Roten Listen als gefährdete Pflanzenart eingestuft.

Lebensweise
Die Charakterart, die durch ihre Begleiter wie Sumpfvergissmeinnicht und Wiesenknöterich im Frühjahr einen farbenprächtigen Anblick bietet, erträgt schwankende Wasserstände problemlos. Der Lebensraum von Caltha palustris kann vielgestaltig sein, der Boden sollte neben Feuchtigkeit auch Nährstoffreichtum aufweisen. Die mehrjährige Pflanze kann im Halbschatten gedeihen.

Die Stängel können bei ausreichendem Platz auch am Boden oder über dem Wasser verlaufen anstatt sich aufzurichten. Gelegentlich kommt es im Herbst zu einer weiteren, jedoch schwächeren Zweitblüte. Für die blütenbesuchenden Insekten, vor allem Schwebfliegen stellt die Sumpfdotterblume eine reichliche Menge an Nektar zur Verfügung.

In allen Teilen der Pflanze befinden sich Alkaloide und Saponine, über die Intensität gibt es in der Literatur unterschiedliche Aussagen. Sicherlich hängt der Gehalt an diesen Giftstoffen auch mit dem Standort und dem Betrachtungszeitpunkt zusammen.

Besonderes
Der interessante Fortpflanzungsmechanismus geschieht durch Samen. Die Bestäubung kann sogar durch Regenwasser erfolgen, indem sich die Blüte bei Regen öffnet und füllt. So kann es zu einer Selbstbefruchtung kommen. Wenn schließlich die Samen in der Blütenmitte ausgereift sind öffnen sich die bis zu 2,5 cm breiten Balgfrüchte.

Fällt nun ein Regentropfen in den geöffneten Napf, so werden die schwimmfähigen, vom Gewicht her leichten Samen durch den Aufprall heraus geschleudert und gelangen möglicherweise ins Wasser.

Zudem sind die Samen mit lufthaltigen Hohlräumen versehen und dadurch sehr schwimmfähig. Durch eventuell vorhandenes Fließwasser können die Samen über weite Strecken verbreitet beziehungsweise auch in strömungsarme Bereiche gespült werden. Ein weiterer Teil wird durch Wasservögel verbreitet.

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