Wasserpflanzen – Tannenwedel

Hippuris vulgaris

Die Landform des Tannenwedels erinnert an die Miniaturausgabe eines Fichten- oder Tannenbaumes. Die Pflanze ist bei Wasserstandsschwankungen sehr anpassungsfähig und kann sowohl untergetaucht als auch im „Trockenen" mit einer speziellen Landform wachsen.

Merkmale
Die Laubblätter stehen - ähnlich wie bei einem Schachtelhalm - in 9- bis 12zähligen Quirlen an den hohlen unverzweigten Stängeln. Die Wasserform kann mehrere m lang werden und hat längere schmal linealische Blätter, welche bei der Entnahme aus dem Wasser schlaff herabhängen und umgehend vertrocknen.

Die Landform wird kaum 40 cm hoch und besteht aus kürzeren steif abstehenden Luftblättern, welche im Gegensatz zu den Wasserblättern über einen Verdunstungsschutz verfügen.

Von Mai bis August treten in den Blattachseln einzelne unscheinbare Zwitterblüten auf die nur aus einem Staubblatt und einem Stempel bestehen. Die Bestäubung erfolgt durch den Wind.

Verbreitung
Der Tannenwedel ist in der Nordhemisphäre in Europa, Westasien und Nordamerika sowie auf der Südhalbkugel in Australien und im Süden Südamerikas anzutreffen. Die Art besiedelt stehende und langsam fließende, kalkhaltige Gewässer und kommt bis in die Subalpinstufe vor. Im Wiener Raum ist der Tannenwedel nicht selten, er findet sich beispielsweise in den Prater-Auen, der Neuen Donau und etlichen Gewässern der Oberen und Unteren Lobau. Die Art wird aber von den meisten Badegästen übersehen.

Gefährdung und Schutzstatus
In Österreich ist der Tannenwedel in allen Bundesländern vertreten aber keineswegs überall häufig. Er wird daher als gefährdet eingestuft und ist eine in Wien teilweise geschützte Pflanze.

Lebensweise
Aufgrund der Plastizität seiner Wuchsform ist der Tannenwedel hervorragend an die Wasserstandsschwankungen wie sie in den Donau-Auen auftreten angepasst. Die vegetative Fortpflanzung erfolgt durch die sich reichlich verzweigenden, dem Bodenschlamm aufliegenden Kriechsprosse.

Blüten werden nur an den Luftsprossen der Landform hervorgebracht. Die Bestäubung erfolgt durch den Wind. Die reifen kleinen Nüsschen sind nicht schwimmfähig und fallen zu Boden oder werden im Gefieder von Wasservögeln über weitere Strecken transportiert.

Besonderes
Der Tannenwedel ist eine sehr attraktive und empfehlenswerte Gartenteichpflanze, deren Unterwasserform auch im Winter unter der Eisdecke Photosynthese betreibt, wodurch der Sauerstoffmangel verringert wird.

Der Tannenwedel wächst weniger rasant als viele andere Unterwasserpflanzen und bietet dennoch vielen Wassertieren Lebensraum und Schutz vor ihren Fressfeinden.

Die Pflanze ist heute problemlos im Gartenteichfachhandel zu beziehen.

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