Lippenblütler – Wiesen-Salbei

Salvia pratensis

Der ursprünglich aus Südeuropa stammende Wiesen-Salbei ist leicht an seinen großen blauvioletten Blüten und seinem aromatischen Duft zu erkennen. Der Name „Salvia“ leitet sich aus dem lateinischen salveo ab und bedeutet „heilen“. Als Arzneipflanze wird aber nur der Echte Salbei (Salvia officinalis) verwendet.

Merkmale
Der Wiesen-Salbei wird bis zu 60 cm hoch, wächst aufrecht und verzweigt. Die grundständigen Blätter sind lang gestielt, leicht herzförmig, unregelmäßig gezahnt und werden bis zu 12 cm lang. Zur Blütezeit bleibt das Grundblatt vorhanden.

Der 4kantige Stängel ist wie das Knäueltragblatt und der Kelch drüsig behaart. Die 2seitig symmetrischen blauvioletten Blüten, selten hellblau oder rosa blühend, werden 2 bis 2,5 cm lang und haben eine hohe sichelförmig gewölbte Oberlippe sowie eine 3teilige Unterlippe. Sehr selten findet man weiß blühende Exemplare und noch seltener eine blau-weiße Mischform (Oberlippe blau, Unterlippe weiß). Die Staubblätter ragen aus der Blüte nicht heraus. Die Blütezeit reicht von April bis August.

Verbreitung
Fast ganz Mitteleuropa von der Ebene bis in mittlere Gebirgslagen, vorwiegend in Kalkgebieten.

Gefährdung und Schutzstatus
In den westlichen Alpenländern gefährdet. Das Vorkommen im Nationalpark Donau-Auen ist lokal sehr häufig und nicht gefährdet.

Lebensweise
Die mehrjährige Pflanze liebt stickstoffsalzarme Kalk-Magerrasen, Halbtrockenrasen, Raine und trocken-warme Fettwiesen, ebenso sonnig gelegene Feld- und Wegränder. Der Wiesen-Salbei ist ein „Tiefwurzler“, seine Wurzeln reichen weit über 1 m in den Boden, trotzdem reagiert er äußerst empfindlich auf Verbiss seiner Knospen. Auf beweideten Flächen ist Salvia pratensis daher nur mehr vereinzelt und eher selten anzutreffen.

Besonderes
Der Griffel und die Staubblätter sind nur am Ansatz miteinander verbunden, so dass sie sich wenn ein Bestäuber auf der Unterlippe landet herabsenken und den Hinterleib des Bestäubers mit Pollen einstauben bzw. der Griffel durch den bereits hertransportierten Pollen bestäubt wird. Der Samen ist äußerst klebrig und wird von Klein- und Großsäugern verbreitet.

Der Wiesen-Salbei hat nicht die Heilwirkung wie der Echte Salbei (Salvia officinalis), seine getrockneten Blätter können aber als Gewürz verwendet werden.

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