Wegweiser Evaluation
Freitag, 23.10.2026 , Orth/DonauFachtagung des Nationalparks im Schloss Orth an der Donau zeigt Wege zu besucherorientierten Ausstellungen
Wie können Ausstellungen durch die Einbindung von Fachwissen und Besucherperspektiven noch verständlicher, ansprechender und wirkungsvoller gestaltet werden? Dieser Frage widmete sich die Fachtagung „Wegweiser Evaluation“ vom Nationalpark Donau-Auen. Rund 40 Interessierte folgten der Einladung. Die Tagung wurde im Rahmen des grenzüberschreitenden Interreg-Projektes AT-SK „Ecovisit SKAT“ umgesetzt.
Im Mittelpunkt der Tagung am 20. Oktober stand die neue Nationalparkausstellung „Im Fluss – Die Wissenswelt der Donau-Auen“, die im ersten Stock von Schloss Orth an der Donau zu erleben ist. Ihre Entwicklung wurde von einem umfassenden Evaluationsprozess begleitet und verdeutlicht, welchen Mehrwert die frühzeitige Einbindung unterschiedlicher Sichtweisen für die Konzeption besucherorientierter Ausstellungen bietet.
Diese Ausstellung vermittelt die Besonderheiten, die Geschichte und die Entwicklung des Nationalpark Donau-Auen. Im Zentrum steht die Donau als dynamischer Fluss, der Landschaften formt und vielfältige Lebensräume schafft. Besucherinnen und Besucher erhalten Einblicke in ökologische Zusammenhänge, aktuelle Forschungsprojekte und Erkenntnisse aus 30 Jahren Nationalparkarbeit. Spielerische und abwechslungsreiche Vermittlungsangebote machen erfahrbar, wie die Donau wirkt und weshalb es wichtig ist, der Natur Raum für ihre eigene Entwicklung zu geben.
Nationalparkdirektorin Edith Klauser betont: „In der Entwicklung der neuen Ausstellung war uns wichtig, dass bereits bei der Konzeption und auch vor der Fertigstellung die Präsentation für die Gäste überprüft wird. Dabei wurden mit Hilfe von Fachleuten sowie repräsentativen Besuchergruppen einzelne Stationen getestet, ob sie verstanden werden bzw. welche Reaktionen sie hervorrufen. Die Ergebnisse sind eingeflossen und die vielen positiven Rückmeldungen unserer Gäste seit der Ausstellungseröffnung im Frühling belegen den Wert dieser Zugangsweise.“
Expertin Beatrice Jaschke, Co-Leiterin des /ecm-Studienprogramms für Ausstellungstheorie und -praxis an der Universität für angewandte Kunst Wien, führte als Moderatorin durch die Tagung. Sie sagt: „Hier wurde nicht erst am Ende gefragt, ob eine Ausstellung funktioniert, das Publikum hat sie von Anfang an mitgeprägt. Das ist in der Ausstellungspraxis noch immer die Ausnahme. Diese Haltung macht das Nationalparkzentrum im Schloss Orth an der Donau zu einem Vorbild weit über die Region hinaus.“
Nach der Begrüßung durch Nationalparkdirektorin Edith Klauser und Projektleiterin Joanna Stockhammer standen am Vormittag Fachvorträge von Bernd Holtwick, DASA Arbeitswelt Ausstellung, Dortmund und Luise Reitstätter, Universität Wien sowie den Evaluatorinnen Monika Weyer und Sonja Gruber inkl. Diskussion auf dem Programm. Diese gaben vertiefende Einblicke in die unterschiedlichen Zugänge zur Evaluation.
Für das Gestalterteam nahmen Sanja Utech vom Büro koerdtutech sowie Gerhard Bauer von BAUERund teil, sie schilderten ihre Erfahrungen mit dem Prozess: Vor und während der Planung sowie gegen Ende der Fertigstellung waren Evaluationen angesetzt worden, bei denen unterschiedliche Personengruppen (darunter Fachleute, Besucherinnen und Besucher sowie Nationalpark-Rangerinnen und -Ranger) ihre Perspektiven und Erfahrungen einbrachten.
Nach einer gemeinsamen Mittagspause folgte der praktische Teil der Veranstaltung. Dabei waren die Teilnehmenden gefragt, selbst in verschiedene Rollen zu schlüpfen und die Ausstellung „Im Fluss - Die Wissenswelt der Donau-Auen“ aus der Perspektive der Besucherinnen und Besucher zu evaluieren.
Die Tagung bot damit nicht nur fachliche Impulse, sondern auch Raum für praktische Erfahrungen, neue Erkenntnisse und den internationalen Austausch darüber, wie Evaluation als Wegweiser für eine verbesserte Ausstellungsgestaltung genutzt werden kann.
Der begleitende Tagungsband ist als Download verfügbar:
Tagungsband Deutsch
Tagungsband Slowakisch
Hinweis: Das Schloss Orth an der Donau, Nationalparkzentrum ist heuer noch bis inkl. 1. November täglich von 9 bis 17 Uhr für Besucherinnen und Besucher geöffnet. Saisonstart im kommenden Jahr ist am 20. März.
Fotos: Gruppenfoto Nationalparkdirektorin Edith Klauser sowie die Expertinnen und Experten bei der Tagung / Fachvorträge / Praktische Evaluationsübung vor Ort in der Ausstellung.