Marder – Eurasiatischer Fischotter

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Dieser Fleischfresser ist ein äußerst gelenkiger Schwimmer und Taucher. Im Nationalpark Donau-Auen ist er leider nur gelegentlich nachweisbar.

Merkmale
Kopfrumpflänge 65 - 85 cm, Schwanz 35 - 50 cm, Gewicht 7 -15 kg, Schulterhöhe 25-30 cm, Lebensdauer bis 15 Jahre. Der langgestreckte, schlanke, braune Marder hat Schwimmhäute an allen Pfoten, eine breite Schnauze und einen langen Schwanz. Er schwimmt mit seitlichen Schlängelbewegungen des ganzen Körpers.

Verbreitung
Paläarktische, indomalayische und nordafrikanische Region. Unser Fischotter hat eines der größten Verbreitungsgebiete unter den Säugetieren, braucht aber große, ungestörte Gebiete mit deckungsreichen, sauberen Gewässern.

Gefährdung und Schutzstatus
In Österreich ist der Fischotter vom Aussterben bedroht, in den Donau-Auen kommt er derzeit bis auf Einzelsichtungen nicht vor, obwohl der Lebensraum hier ideal wäre. Von Beständen vom Waldviertel her gibt es eine Ausbreitung ins Donautal und Alpenvorland. Ein Zuzug ist auch aus Westungarn möglich.

Lebensweise
Dieser Wassermarder ernährt sich vorwiegend von Fischen, fängt aber auch Frösche, Kröten, Bisamratten, Muscheln, Wasservögel, Insekten. Er lebt einzeln oder in kleinen Familiengruppen, ist sehr verspielt und legt Wasserrutschen an. Ein Revier umfasst 50 bis 80 km2, Minimum sind 2-3 km Seeufer oder 5-10 km Flussufer.

Das extrem scheue Tier ist bei uns nachtaktiv, es schläft tagsüber unter überhängenden Wurzeln und in Erdhöhlen. Dort zieht es auch zu allen Jahreszeiten pro Wurf 2 bis 4 Junge auf. Der Fischotter hat keine feste Ranzzeit, die Tragzeit beträgt 2 Monate oder, bei Verlängerung mit Keimruhe, 9 Monate.

Besonderes
Der Otter wurde als Konkurrent für Fischer gesehen und auch wegen des wertvollen Pelzes auf grausamste Weise verfolgt. Früher war er im Nationalparkgebiet aber sehr häufig. Noch 1879 schrieb Kronprinz Rudolf von der Lobau, dort sei "der Fischotter so häufig, daß er keiner weiteren Erwähnung bedarf". Auch die Zerstörung von natürlichen Gewässern und ihre chemische Verschmutzung führte in weiten Teilen Mitteleuropas fast zur Ausrottung.

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