Gemeine Skorpionsfliege

Panorpa communis

Skorpionsfliegen zählen mit ihrem rüsselartig verlängerten Kopf zu den Schnabelfliegen. Den Namen Skorpionsfliege haben sie den Männchen zu verdanken, weil ihr Hinterleibende eine auffallende Ähnlichkeit mit dem Stachel eines Skorpions besitzt. Ein deutlich verdicktes Genitalsegment am Ende des Hinterleibes wird gekrümmt nach oben getragen.

Merkmale
Skorpionsfliegen zählen mit ihrem rüsselartig verlängerten Kopf zu den Schnabelfliegen. Den Namen Skorpionsfliege haben sie den Männchen zu verdanken, weil ihr Hinterleibende eine auffallende Ähnlichkeit mit dem Stachel eines Skorpions besitzt. Ein deutlich verdicktes Genitalsegment am Ende des Hinterleibes wird gekrümmt nach oben getragen.

Die Vorder- und Hinterflügel haben dunkle Flecken auf netzartiger Äderung und können 35 mm Spannweite erreichen. Die Körperlänge kann bis zu 30 mm betragen, wobei die vorderen Hinterleibssegmente eine schwarzgelbe Färbung aufweisen und die letzten Hinterleibssegmente rot sind.

Verbreitung
In ganz Europa kommen 5 Arten der Skorpionsfliege vor. Die bei uns hauptsächlich auftretende ist die Gemeine Skorpionsfliege. Ihr Lebensraum sind kühl-feuchte, schattige Bereiche der Krautschicht von Hecken und Wäldern Mitteleuropas.

Gefährdung und Schutzstatus
Es besteht keine Gefährdung.

Lebensweise
Skorpionsfliegen ernähren sich von anderen Insekten. Es wird aber nicht aktiv gejagt, sondern sie suchen einerseits ungenutzte Futterstücke, wie ein bereits geschwächter Nachtfalter. Andererseits versuchen sie aber auch, bereits durch andere Individuen okkupierte Futterstücke zu erobern, möglicherweise müssen sie deren Besitzer auch vertreiben. Das kann zum Beispiel ein gelähmtes Beutetier einer Spinne sein, das aus dem Netz geholt wird. Interessanterweise sind die klebrigen Fäden des Spinnennetzes kein Hindernis dafür. Auch die Spinnen zeigen sich nicht angriffslustig, obwohl sie den Vorgang bemerken. Dieses Verhalten wird anscheinend toleriert.

Die bis zu 60 Eier werden an verschiedenen Plätzen in der Erde abgelegt, nach rund 10 Tagen schlüpfen die dunklen Larven, die Schmetterlingsraupen ähneln. Sie leben in Erdgängen und ernähren sich von Insektenresten, aber auch von Pflanzen. Je nach Jahreszeit schlüpfen die Larven noch im selben Jahr aus der Puppe aus oder verbringen den Winter im Vorpuppenstadium in der Erde.

Besonderes
Der Paarung der Panorpa communis geht stets eine lange Balz voraus. Gleichzeitig mit dem Ausstülpen der Genitaltasche breiten die männlichen Tiere die Flügel aus und schlagen damit periodisch auf und nieder, auch zitternde Bewegungen des Hinterleibes werden vollführt. Jetzt reagiert das Weibchen zunächst mit kurzer Flucht. Sollte das weibliche Tier sich auf die Balz einlassen, läuft es lockend umher. Nach einer gewissen Phase der Stimulation überreicht das Männchen ein Brautgeschenk: entweder Nahrungsleckerbissen oder eiweißhältige Sekrettröpfchen aus seinen Speicheldrüsen.

Während sich das Weibchen an der Nahrung labt, ergreift das Männchen mit seinem Hilfsorgan am Körperende den Hinterleib des Weibchens und die beiden vereinigen sich mehrfach in einer charakteristischen V-Stellung. Die Paarungslänge ist abhängig von der Menge der Nahrungsgeschenke. So können gut ernährte Männchen mit vielen Sekretbonbons ihre Gene erfolgreicher weitergeben als Schwächere.

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