Knollen-Beinwell

Symphytum tuberosum

Der Knollen-Beinwell bleibt mit nur 30 cm Höhe deutlich kleiner als der Echte Beinwell. Im Gegensatz zu diesem verfügt die Art nicht über eine dicke Pfahlwurzel sondern hat unterirdisch einen waagrechten, knollig verdickten Erdspross.

Merkmale
Der Knollen-Beinwell ist eine ausdauernde 15-30 cm hohe Pflanze. Unter der Erde hat die Pflanze einen knapp unter der Oberfläche kriechenden Erdspross. An diesem werden in regelmäßigen Abständen etwa walnussgroße knollige Verdickungen gebildet.

Die ganze Pflanze ist abstehend behaart und greift sich kratzig rau an. Die Laubblätter haben eine eiförmig-lanzettliche zugespitzte Form. Grundständige Blätter sind deutlich gestielt. Die Stängelblätter hingegen sind sitzend angeordnet. Ihre Blattbasis ist kurz und schmal am Stängel herablaufend.

Die Blütenstände an der Spitze sind überhängend. Die Kelchblätter sind verwachsen und laufen in 5 spitze Zipfel aus. Die Blumenkrone ist zu einer glockigen stets blassgelben Röhre verwachsen. Im Gegensatz zum Echten Beinwell sind die Teilfrüchte des Knollen-Beinwell runzelig und rau.

Verbreitung
Der Knollen-Beinwell kommt in Österreich abgesehen von Vorarlberg in allen Bundesländern vor. Die Pflanze ist von den Tieflagen bis in die Montanstufe zu finden und je nach Region sehr häufig bis selten anzutreffen. Typische Standorte sind Hochstaudenfluren und Edellaubwälder. Im Nationalpark Donau-Auen ist die Art typischerweise in der Harten Au zu finden.

Gefährdung und Schutzstatus
Die Art ist nicht gefährdet.

Lebensweise
Die alljährlich in regelmäßigen Abständen am Erdspross gebildeten Verdickungen sind voller Reservestoffe. Sie entsprechen nach der Art ihrer Bildung den Kartoffelknollen. Diese Speicherorgane dienen der vegetativen Vermehrung. Ein günstiger Wuchsort kann auf diese Weise schnell vom Knollen-Beinwell besetzt werden. Die Fernverbreitung erfolgt in der Regel durch die bei der sexuellen Fortpflanzung gebildeten Samen.

Diese Doppelstrategie der Vermehrung, die in der Pflanzenwelt häufig zu beobachten ist, kann zu einem sehr unregelmäßigen Verbreitungsmuster beitragen. Die Pflanze tritt lokal gehäuft auf. Der Beinwell enthält giftige Alkaloide und wird aus diesem Grund und auch wegen der borstigen Rauheit der Pflanze von Weidetieren eher gemieden. Ein Umstand, der ebenfalls die Konkurrenzkraft der Pflanze erhöht.

Besonderes
Neben dem Echten Beinwell und dem Knollen-Beinwell kommt in Ostösterreich (Burgenland und Niederösterreich) noch eine 3. Art hinzu. Der Sumpf-Beinwell, Symphytum tanaicense kommt beispielsweise in den Überschwemmungswiesen der March vor, ist sehr selten und gefährdet.

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