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Das zweite Leben der Schwarzpappel
Schwarzpappeln zählen zu den typischen Gehölzen von Flusslandschaften. Sie säumen daher auch vielfach die Donauufer im Nationalparkgebiet. Ein besonderes Exemplar in Orth an der Donau stand lange Jahre im Hafenbereich bei der Einstiegsstelle zur Tschaike. Doch 2020 endet ihr Lebenszyklus, nach einem Hochwasser stürzte der Baum an der Uferböschung um.
In Absprache sicherte sich der Nationalpark Donau-Auen Teile der mächtigen Baumpersönlichkeit. Ein großes Stück des enormen Stammes liegt seither anschaulich im Ausgangsbereich des Auerlebnisgeländes Schlossinsel. Weiters wurden einige Baumscheiben ausgesägt, welche teils im Schlossinselareal verarbeitet wurden, u. a. als rustikaler Jausentisch.
Eine besonders eindrucksvolle Scheibe hat nun auch den Weg in die neue Nationalparkausstellung „IM FLUSS.“ gefunden und wird dort an der Wand des ersten Raumes präsentiert.
Der Pappelstamm beim Schlossinselausgang
Altersdatierung
Die Baumscheibe trifft ein
Transport in den ersten Stock
Die polierte Baumscheibe
Montage an der Wand
Datierungsexperte Michael Grabner hat das Alter der Schwarzpappel zum Zeitpunkt des Falls auf 120 Jahre bestimmt. Sie ist also um 1900 am Orther Donauufer selbst gekeimt oder dort gepflanzt worden. Ein historisches Luftbild von 1944 zeigt am Standort einige Baumkronen – eine davon ist „unsere“ Pappel, deren Geschichte somit nun, konserviert im Schloss Orth an der Donau, weitererzählt werden kann.
In Bälde wird die Ausstellung „IM FLUSS.“ eröffnet – schau vorbei!
Erika Dorn
Fotos: Dorn, Georef/Mihatsch, Grabner, Kovacs, Platter
Das Luftbild von 1944
Baumkronen am Ufer beim Orther Hafen