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30.11. 2021

Drei Monate Zuhause in der Au

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Drei Monate durfte ich als Schlossinselpraktikantin das sogenannte „Tor zur Au“ mein Zuhause nennen.

Bereits an meinem ersten Arbeitstag auf der Schlossinsel wurde ich vom Team herzlich aufgenommen. Ich wurde gründlich eingewiesen, sodass ich rasch Fuß fassen und eigenen Aufgaben nachgehen konnte.

Von da an begannen meine Tage immer mit einem Gackern. Mein Zimmer in der PraktikantInnenwohnung grenzte an die Wohnstätte der hauseigenen Hühnerbande, die mich täglich ab Sonnenaufgang lautstark darauf aufmerksam machte, dass sie gern in ihren Auslauf rausgelassen werden wollte. Sie wurde mir als das „Hobby der PraktikantInnen“ vorgestellt und tatsächlich gewann ich sie sehr schnell lieb. Gemeinsam mit meinem Mitbewohner Valentin konstruierte ich in den ersten Wochen meines Aufenthalts einen neuen Hühnerstall, was uns einige Nerven kostete, aber auch viel Spaß bereitete.

Neben alltäglichen Aufgaben, wie dem Vorbereiten und Wegräumen der Besucherstationen und kleineren Reparaturarbeiten auf der Schlossinsel, war mein Aufenthalt im Nationalpark geprägt von zahlreichen Highlights. Ich durfte die ausgelassene Stimmung auf dem 25-Jahrsfest miterleben und diverse Ausflüge innerhalb der Donau-Auen, sowie in andere Nationalparks mitmachen. Die MitarbeiterInnentage führten uns in den Nationalpark Hohe Tauern, wo wir Wandern waren und spannende Vorträge anhörten. In drei Tagen Mitarbeit im Nationalpark Gesäuse bekamen die anderen Praktikanten und ich einen Einblick in den spannenden Alltag der MitarbeiterInnen eines alpinen Nationalparks. Außerdem verbrachten wir einen Tag beim „Birding“ im Nationalpark Neusiedlersee-Seewinkel.

Am besten waren für mich allerdings die Tage, an denen mich meine Aufgaben in die wunderschönen Donau-Auen führten. So durfte ich beispielsweise beim Sumpfschildkrötenmonitoring mithelfen.

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Jungtier der Europäischen Sumpfschildkröte

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In den Hohen Tauern

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Die Totholzstation

Gerade in einem naturbelassenen Gebiet wie den Donau-Auen wird deutlich, dass Tod und Zerfall Teil des natürlichen Kreislaufs ist. Auf der „Kadaverstation“ der Schlossinsel können die BesucherInnen die Verwesung eines verstorbenen Tieres aus nächster Nähe betrachten. Zu Umweltbildungszwecken werden die Knochen dieser Kadaver regelmäßig präpariert, was ebenso zu meinen Aufgaben zählte wie das Abholen neuer Kadaver aus einer Wiener Forschungseinrichtung oder der Transport ausgewählter Kadaver zum Präparator. Besonders spannend war für mich auch die Gelegenheit, mit dem Nationalparkjäger Ronni auf die Jagd zu gehen.

Auf der Schlossinsel ist es üblich, dass alle PraktikantInnen während ihrer Zeit hier ein Projekt umsetzen. Mein Projekt war der Aufbau einer „Totholzstation“. Totholz bietet unzählbar vielen Lebensformen einen Lebensraum und erfüllt damit eine wichtige ökologische Rolle. Meine Aufgabe war es, die „Totholzstation“ sowohl zu konzipieren als auch umzusetzen. Dabei bekam ich stets tatkräftige Unterstützung meiner Kollegen Günter und Roland, die mit mir Totholz in der Au sammelten, auf möglichst natürliche Art und Weise arrangierten und wo immer es nötig war für mich Holzstücke zurecht sägten. So entstand nach und nach die Totholzstation mit pilzbewachsenen Stämmen, Reisighaufen, einem „Totholz-Barfußpfad“ und einem interaktiven Bereich, in dem Holzstücke entdeckt werden können, die mit Fraßgängen von allerlei Insekten durchzogen sind.

Nach dem Saisonende der Schlossinsel am 1. November gab es reichlich zu tun mit den Arbeiten zur Einwinterung. Im Team wurden mehrere Container Laub und Grünschnitt abtransportiert, die Tiergehege abgedeckt, die Schafe umgesiedelt und vieles mehr.

Alles in allem waren die Monate im Nationalpark für mich nicht nur wahnsinnig lehrreich, sondern auch lustig, abenteuerlich und voller unvergesslicher Momente. Ich hatte die Möglichkeit, in einem engagierten, lieben Team mitzuarbeiten und mir wurde viel Raum für kreative Freiheit geboten. Danke für die schöne Zeit!

Josefa Riedl
Praktikantin im Nationalpark Donau-Auen

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