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09.07. 2022

WANTED: Der Alpenbock (Rosalia alpina)

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Der Nationalpark Donau-Auen ruft zur Naturbeobachtung auf. Der Alpenbock wurde vor einigen Jahren in Petronell aufgefunden. Jetzt gibt es Hoffnung, den wunderschönen Käfer auch am nördlichen Donauufer der Nationalparkregion, zwischen Schönau und Stopfenreuth, zu entdecken.

Besucherinnen und Besucher werden ersucht, bei Sichtungen in diesem konkreten Nationalparkbereich Fotos mit Datum und der möglichst genauen Angabe des Standortes (falls vorhanden mit Koordinatendaten) an nationalpark@donauauen.at zu melden.

Wir danken für die Mithilfe!

Der Alpenbock gehört zu den größten heimischen Käferarten. Aufgrund seiner markanten Färbung ist er einfach von anderen Käfern zu unterscheiden, wobei die blau-graue Musterung für jedes Individuum einzigartig ist. Seinen Namen „Bock“ hat er, wie andere Vertreter der Bockkäfer-Familie, aufgrund der nach hinten gerichteten, langen Fühler.

Gefährdung:

Die Weibchen dieser besonderen Käferart legen ihre Eier an sonnigen Standorten in Totholz von verschiedenen Hartholzarten ab. Jedoch wird, durch die intensive wirtschaftliche Nutzung der Wälder, der liegende und stehende Totholzbestand immer weniger. So kommt es auch oft dazu, dass attraktive Stämme, in denen sich bereits eine Alpenbockbrut entwickelt, als Brennholz verwendet werden und somit eine neue Generation des Alpenbocks verloren geht.

Deshalb gilt der Alpenbock in der gesamte EU als gefährdet. Doch Einzelfunde in den letzten beiden Jahren (2020 und 2021) lassen eine Ausbreitung auch nördlich der Donau vermuten. Da es sich jedoch um nur wenige Funde handelt, bittet der Nationalpark Donau-Auen um die Mitarbeit der Gäste, Sichtungen des Alpenbocks zu melden.

Dabei ist es wichtig, das Datum und den genauen Ort zu dokumentieren und falls möglich ein Foto des Tieres zu machen. Vor allem in seiner Hauptflugzeit zwischen Juni und Juli kann man mit viel Glück auf den Alpenbock treffen.

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Foto: Hovorka

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Foto: Baumgartner

Der Alpenbock im Nationalpark Donau-Auen:

Erst vor wenigen Jahren wurde der Alpenbock im Nationalpark Donau-Auen eher überraschend entdeckt. Sein Hauptverbreitungsgebiet ist eigentlich in etwas höheren Lagen und häufig in Buchenwäldern, welche im Nationalpark jedoch nur sehr vereinzelt vorkommen. Doch schon seit 2015 können in Petronell-Carnuntum auf besonnten Holzpoltern regelmäßig Alpenböcke gesichtet werden. Der Käferexperten Dr. Hovorka konnte im Jahr 2020 in diesem Bereich sogar eine Population von über 100 Individuen dokumentieren.

Um den Alpenbock zu schützen, wurden im Nationalpark mehrere Maßnahmen durchgeführt. Im Rahmen des Projekts „Monitoring und Artenschutz im Nationalpark Donau-Auen“ wurden versuchsweise Eschenstämme an einen besonnten Standort ausgelegt, um herauszufinden, ob Eschen als mögliches Brutsubstrat für den Alpenbock geeignet sind. Durch das Eschentriebsterben hat das Volumen an toten Eschenstämmen in den letzten Jahren stark zugenommen. Sollte der Alpenbock die Esche als Brutsubstrat annehmen, wäre es sehr vorteilhaft für eine weitere dauerhafte Besiedelung im Nationalpark.  
Zusätzlich sollen nun m Zuge des Projekts „Ökologie und Artenschutz im Nationalpark Donau-Auen“ durch die Funde am Nordufer gegebenenfalls weitere Holzstämme an geeigneten Standorten ausgelegt werden. Sie sollen dem Käfer Lebensraum bieten und als Trittstein für weitere Generationen fungieren.

Aaron Griesbacher
Nationalpark Donau-Auen, Bereich Natur & Wissenschaft

Hinweis: Die genannten Artenschutzmaßnahmen bzw. -projekte im Nationalpark Donau-Auen erfolgen unter Förderung durch das Programm Ländliche Entwicklung mit Unterstützung des Landes Niederösterreich sowie der Europäischen Kommission.

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Kommentar posten

  • Erika Dorn

    Hallo Marcela, danke für deine Meldung! Wir benötigen jedoch insbesondere Sichtungen aus dem Nationalparkgebiet, nördliches Donauufer, wie im Beitrag beschrieben. Liebe Grüße, das Nationalparkteam

  • Marcela Dautriat

    S.g. Damen und Herren, ich habe den Alpenbock bei mir im Garten, KGV Baden bei Wien am 12.06.22 beobachtet und fotografiert. MfG Marcela Dautriat 0663/5301883

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