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Steinkauz - Athene noctua

Steinkauz

Der Steinkauz ist eine kleine, kurzschwänzige Eulenart aus der Familie der Eigentlichen Eulen. Sein deutscher Name ist ein Hinweis darauf, dass er nicht nur in Baumhöhlen brütet sondern auch in Scheunen, Weinkellern und anderen Gebäuden aus Stein. Er bevorzugt offene Landschaften in den Niederungen – Streuobstwiesen, alte Obstbäume oder Kopfweiden.

Merkmale

Mit einer Körperlänge von ca. 22 cm ist der Steinkauz etwas kleiner als eine Amsel – er wirkt durch sein lockeres Gefieder jedoch größer. Die Flügelspannweite beträgt 53-58 cm. Sein Federkleid ist an der Oberseite dunkelbraun mit cremeweißen Flecken, die Unterseite ist hell mit breiten dunkelbraunen Streifen. Die starr nach vorne gerichteten Augen sind gelb. Der Geschichtsschleier ist nur sehr schwach ausgeprägt. Die Schwungfedern sind relativ kurz und hart, der Flug des Steinkauzes ist deshalb anderes als bei den ausgesprochen nachtaktiven Eulen nicht ganz geräuschlos. Steinkäuze bewegen sich häufig am Boden fort, sie sind in der Lage sehr schnell zu rennen. Sie haben ein sehr umfangreiches Lautrepertoire, das von bellenden, schnarchenden, miauenden Lauten bis zu klangvollen Rufen reicht. 

Verbreitung

Der Steinkauz kommt in Europa (Zentral- und Südeuropa, nordwärts bis England und Dänemark), Asien bis Nordchina sowie in Nordafrika vor. Er bevorzugt als Lebensraum offenes, reich strukturiertes Gelände mit großem Angebot an Bruthöhlen, Tagesverstecken und Ansitzwarten. In Österreich war er früher ein weit verbreiteter und häufiger Brutvogel. Heute wird der Brutbestand auf nur noch 70 bis 100 Paare geschätzt, die überwiegend im Weinviertel und im Nordburgenland vorkommen. Steinkäuze sind Standvögel, die ihr Revier auch im Winter nicht verlassen. Lediglich die Jungvögel wandern ab, sobald sie flügge geworden sind – sie siedeln sich meist unweit des Reviers der Elternvögel an.

Gefährdung und Schutzstatus

Der Steinkauz ist in Österreich vom Aussterben bedroht – die Hauptursachen für den Bestandsrückgang seit der Mitte des vorigen Jahrhunderts sind Veränderungen und Zerstörung seiner Lebensräume durch Intensivierung der Landwirtschaft. In den heutigen Agrarsteppen fehlen für den Steinkauz weitgehend geeignete Überlebensmöglichkeiten. Strenge Winter machen dieser kleinen Eule zusätzlich sehr zu schaffen. In allen Bundesländern mit noch existierenden Beständen laufen Programme zur Bestandssicherung, vor allem durch die Erhaltung der Lebensräume sowie das Anbringen von Nistkästen.

Lebensweise

Steinkauz Steinkäuze haben ein relativ kleines Revier von nur 1 bis 2 Hektar. Das Nahrungsspektrum ist breit gefächert und reicht von Käfern, Regenwürmern bis zu Mäusen und Kleinvögeln, aber auch Amphibien und Reptilien stehen auf seinen Speiseplan. Feldmäuse sind die häufigsten Beutetiere – Kleinvögel spielen besonders bei Schneelagen und einem Zusammenbruch der Mäusepopulation eine große Rolle. Er jagt überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Im Gegensatz zu den meisten anderen Eulen ist der Steinkauz aber häufig auch am Tage zu beobachten. Er sitzt gerne in der Sonne und jagt oft auch schon am Nachmittag, vor allem während der Nestlingszeit. Auffällig ist der niedrige, wellenförmige Flug, der dem des Spechtes ähnelt.
Steinkäuze leben häufig in Dauerehe. Zu Beginn der Balz lässt das Männchen seine lauten guhg-Rufe hören - sobald das Weibchen auf den Kontaktruf reagiert, folgen beiderseitige Lock-, Bettel- und Erregungslaute. Dazu kommen demonstrative gemeinsame Revierflüge. Mit dem Besuch von geeigneten Brutplätzen und der Übergabe von Beutetieren an das Weibchen endet die Balz. Steinkäuze bevorzugen Baumhöhlen als Nistplatz, aber auch leerstehende Gehöfte, Dachböden, Scheunen und Ställe werden genutzt. Ab Mitte April legt das Steinkauzweibchen 3-5 reinweiße Eier, die Brutdauer beträgt 22-30 Tage. Es brütet nur das Weibchen, während dieser Zeit wird es vom Männchen mit Nahrung versorgt. Nach 22-24 Tagen verlassen die Jungvögel die Nisthöhle, sind aber erst ab dem 30. Tag flügge. Bis zum 40. Lebenstag halten sie sich in der Nähe der Bruthöhle auf und werden von den Eltern weiterhin gefüttert – erst danach beginnen sie selbst zu jagen. Mit ca. 3 Monaten verlassen sie die elterliche Umgebung, sie siedeln sich aber meist nicht weiter als 10 km vom Geburtsort an.

Besonderes

Der Steinkauz galt im alten Griechenland als Vogel der Weisheit und war Sinnbild der Göttin Athene (worauf auch sein wissenschaftlicher Name - Athene noctua  - hinweist, was übersetzt „nächtliche Athene“ bedeutet).
Der Steinkauz war im Altertum ein sehr häufig vorkommender Vogel, woher auch der Ausdruck „Eulen nach Athen tragen“ stammt. Wer das tut, der tut etwas Überflüssiges, er bringt etwas zu einer Stelle wo bereits eine große Menge davon vorkommt.
Er galt aber auch als Unglücks- und Todesvogel – sein gellender „kuwitt“-Ruf wurde als „Komm mit“ gedeutet und so kündigte sein Ruf Tod und Verderben an.

So klingt der Steinkauz





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