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Balkan-Moorfrosch - Rana arvalis wolterstorffi

Balkan-Moorfrosch Die zur Paarungzeit himmelblauen Männchen des Moorfrosches erinnern an die farbenprächtige Amphibienfauna der Tropen. Mit leise glucksenden Rufen umwerben sie die bräunlichen Weibchen.

Merkmale

Seine Zugehörigkeit zu den "Braunfröschen" gibt der Balkan-Moorfrosch durch den duklen Schläfenfleck zu erkennen, der sich vom Auge bis zum Vorderbeinansatz zieht. Das Trommelfell ist immer gut erkennbar und erreicht höchstens 2/3 des Augendurchmessers. Sein Abstand vom Augenhinterrand beträgt etwas mehr als die Hälfte des Trommelfelldurchmessers. Die Schnauze ist spitz, die Pupille waagrecht elliptisch. Häufig zeigt der Balkan-Moorfrosch einen hellen Längsstreifen in der Rückenmitte, der von einer dunklen Wärzchenreihe begrenzt wird. Die Bauchseite ist hell, nur an der Kehle findet sich eine dunkle Fleckung. Außerhalb der Paarungszeit sind Moorfrösche zumeist anhand des hellen, dunkel gesäumten Rückenstreifens vom Spring- und Grasfrosch zu unterscheiden. Als zuverlässigstes Unterscheidungsmerkmal unserer Braunfrösche (Moor-, Spring und Grasfrosch) gelten Größe und Lage des Trommelfelles, wofür die Tiere jedoch gefangen werden müssten. Balkan-Moorfrosch und Moorfrosch sind durch den Fundort einfach zu unterscheiden: der Moorfrosch kommt in Österreich nur im nördlichen Waldviertel vor, dort ist der Balkan-Moorfrosch nicht heimisch. In den Donau-March-Auen und im Burgenland findet sich nur der Balkan-Moorfrosch.

Verbreitung

Balkan-Moorfrösche sind in den March-Auen, im Burgenland und in den Donauniederungen Ostösterreichs und Ungarns heimisch, der nah verwandte Echte Moorfrosch kommt in Nordösterreich und Nordosteuropa vor. Die Areale der beiden Unterarten überschneiden sich nicht, daher sind auch keine natürlichen Hybriden bekannt.

Gefährdung und Schutzstatus

Weite Bereiche seines Lebensraumes in den Donau-March-Auen und östlich des Neusiedler Sees unterliegen bereits gesetzlichem Schutz. Dennoch muss diese Art als gefährdet eingestuft werden.

Lebensweise

Die zur Paarungszeit im Frühjahr himmelblauen Moorfrosch-Männchen sind kaum zu verwechseln. Mit leise glucksenden Rufen umwerben sie die bräunlichen Weibchen. In den regelmäßig durchströmten Donau-Auen östlich von Wien ist diese Art eher selten anzutreffen. Nach alten Berichten war der Moorfrosch in der Lobau früher in weiten Bereichen zahlreich vertreten, wurde aber in den letzten Jahrzehnten nur mehr selten angetroffen. Heute muss er in der Oberen Lobau als verschollen betrachtet werden, in der Unteren Lobau sind nur mehr kleine Bestände vorhanden. Die Absenkung des Grundwasserspiegels hat hier ihre Narben hinterlassen. Die Weibchen legen im Frühjahr einen Eiballen mit etwa 1000 Eiern der vom Männchen sofort mit Sperma übergossen wird. Die Befruchtung kann nur in den ersten Minuten stattfinden, solange die Gallertschichten nicht gequollen sind. Moorfrösche setzen ihre Gelege häufig unmittelbar nebeneinander, sodass Laichteppiche aus vielen Einzelgelegen entstehen können.

Besonderes

Der Moorfrosch kommt in Österreich in 2 Unterarten vor. Der Balkan-Moorfrosch, Rana arvalis wolterstorffi besiedelt die tiefliegenden Feuchtlandschaften an Donau, March und im Gebiet des Neusieder Sees. Der Echte Moorfrosch, Rana arvalis arvalis, findet sich in Österreich nur im nördlichen Waldviertel.

So klingt der Balkan-Moorfrosch





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