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Waldohreule - Asio otus

Waldohreule

Ein typisches Erkennungsmerkmal sind die langen Federohren, die je nach Gemütslage entweder steil nach oben stehen, in einem Winkel von 45 Grad wegstehen oder bei geringer Aufmerksamkeit und beim Flug an den Körper angelegt werden.

Merkmale

Die Waldohreule erreicht eine Körperlänge von 35 bis 37 cm und eine Flügelspannweite von 90 bis 100 cm. Das Gewicht variiert zwischen 200 und 400 g. Die Regenbogenhaut der Augen ist bei der schlanken und langflügeligen Eule orange gefärbt - im Gegensatz zur Sumpfohreule, die eine gelb gefärbte Regenbogenhaut aufweist. Das Gefieder ist baumrindenfarbig gefärbt und unterscheidet sich von der Sumpfohreule nur durch eine dunklere Färbung. Die Ansätze der Handschwingen sind bei der Waldohreule rostbraun, bei der Sumpfohreule gelb und der Flügelhinterrand ist bei der Waldohreule ohne hellen Saum. Der Gesang der Männchens, bereits oft im Februar hörbar, gleicht einem dumpfen, wie auf einer Flasche geblasenem „huu, huh“ ca. alle 3 Sekunden, gleichzeitig werden dazu im Flug die Flügel unter dem Körper zusammengeschlagen. Das Weibchen ruft nasal und weich klingend „huüüh“ oder auch „pääh“ oder „kääch“. Die Rufe der Jungtiere sind etwas klagend und hoch „piie“ oder auch „zieh“. 

Verbreitung

Asio otus kommt in ganz Europa, außer in den nördlichsten Teilen, vor. Diese Eulenart bewohnt ebenso Mittelasien wie Nordamerika und ist auch in vereinzelten Gebieten Nordafrikas zu finden. Bevorzugt werden Wälder, auch Nadelbaumanpflanzungen und Kulturlandschaften mit kleinen Gehölzen. Aber auch Friedhöfe, Parkanlagen und Baumreihen an Flussäumen werden gerne bewohnt.

Gefährdung und Schutzstatus

Die Waldohreule gehört zu den gänzlich geschützten Tieren und ist in Teilen Österreichs bereits potentiell stark gefährdet (z. B. Steiermark, Tirol).

Lebensweise

Waldohreule Zu 90% besteht die Nahrung der Waldohreule aus Feldmäusen, die restlichen 10% setzen sich aus Wühlmäusen, Kleinvögeln und anderen kleinen Nagetieren zusammen.
Die Waldohreulen benutzen zum Brüten alte Nester von Krähen, Elstern, Greifvögeln, Ringeltauben und Eichhörnchen. Zwischen März und April werden in das Nest 3 bis 6 weiße rundliche, schwach glänzende Eier gelegt. Nach ca. 27 bis 28 Tagen schlüpfen die Jungtiere, das Weibchen wird während der Brut vom Männchen mit Nahrung versorgt. Nachdem die Jungtiere geschlüpft sind, werden sie von beiden Elternteilen versorgt, wobei das Männchen die Nahrung an das Weibchen übergibt. 3 bis 4 Wochen später klettern die Jungvögel bereits im Geäst der Umgebung herum. Die Jungtiere ähneln den Altvögeln mit Ausnahme der Flaumfedern am Kopf, mit 5 Wochen sind sie bereits flügge. Eine Brut im Jahr, bei besonders günstigen Faktoren, wie hohe Beutedichte kann es zu einer 2. Brut kommen.

Besonderes

Die Waldohreule gehört zu den Teilziehern, das heißt, ein Teil der Tiere ist ganzjährig anwesend und brütet auch hier, während ein Teil der Tiere in wärmere Gebiete zieht. Tagsüber sitzt Asio otus schlafend nahe an einem Baumstamm, um dann in der Dämmerung/Dunkelheit zu jagen. Im Winter bilden sich oft Schlafgemeinschaften von bis zu 20 Individuen.

So klingt die Waldohreule





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