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Gebänderte Prachtlibelle - Calopteryx splendens

Gebänderte Prachtlibelle

Auffällige schmetterlingsartig fliegende Libelle mit metallisch blau schimmernden Flügelbinden. Im Nationalpark ist die Gebänderte Prachtlibelle zumeist an durchströmten Altarmen anzutreffen, allerdings oft nur in geringer Individuenzahl.

Merkmale

Ca. 5 cm Körperlänge und 6 bis 7 cm Flügelspannweite. Männchen haben grünlich getönte Flügel mit einer breiten, schwarzblau schillernden Binde, die die Flügelbasis und -spitze freilässt. Der Körper schillert leuchtend blaugrün. Das Weibchen besitzt grünlich getönte Flügel und einen grünlich schillernden Körper. Männchen und Weibchen fliegen schmetterlingsartig, meist entlang der Gewässerufer.

Verbreitung

Das Gesamtareal umfasst nahezu die gesamte Paläarktis vom Atlantik bis nach China. Im Nationalpark an durchströmten Altarmen.

Gefährdung und Schutzstatus

In Europa nicht gefährdet, in Deutschland jedoch in der Vorwarnliste und in Niederösterreich potentiell gefährdet. Im Nationalpark selten bis mäßig häufig (an durchströmten Altarmen).

Lebensweise

Die Männchen grenzen mit einem eigenartigen Schwirrflug ihre Reviere ab. Dringen fremde Artgenossen ins Revier ein, werden sie von den Revierinhabern angegriffen. Die Weibchen legen die Eier in schwimmende Pflanzenteile und können dabei auch längere Zeit mit dem ganzen Körper untertauchen. Die Larven mit ihrer zweijährigen Entwicklungsdauer findet man häufig an Wurzeln im Bereich von unterhöhlten Ufern, aber auch an Wasserpflanzen.

Besonderes

Prachtlibellen beherrschen neun verschiedene Flugtypen, z. B. den Beuteflug, Revierflug, Drohflug, Wellenflug und Balzflug. Interessant ist vor allem auch das Paarungsverhalten. Die Männchen zeigen einfliegenden Weibchen zunächst die gelblich-weiße Unterseite der Hinterleibsspitze. Dann führen sie im Flug einen Balztanz vor, an den die Paarung anschließt. Besonders beachtenswert ist der Spermaaustausch, der 1979 erstmalig von J. K. Waage an einer amerikanischen Prachtlibelle festgestellt wurde. Waage gelang der Nachweis, dass die Ligula, der "sekundäre" Penis am 2. Abdominalsegment, nicht alleine der Spermaübertragung dient. Sie dient vielmehr zunächst einer hochwirksamen mechanischen Ausräumung von Vorgängersperma aus dem weiblichen Genitaltrakt.





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