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Wespenspinne - Argiope bruennichi

Wespenspinne

Die exotisch anmutende, weiß-gelb-schwarz-gebänderte Wespen- oder Zebraspinne kann auch im Nationalpark Donau-Auen bewundert werden. Die auffallende Hinterleibszeichnung ist allerdings nur bei den 3- bis 4mal so großen Weibchen auszumachen.

Merkmale

Die Männchen erreichen eine Körperlänge von 6 mm und sind hellbraun gefärbt mit undeutlicher dunkler Zeichnung. Die farbkontrastierende Zeichnung der Weibchen am Hinterleib ist nur bei geschlechtsreifen Individuen so deutlich zu sehen. Der Vorderleib ist silbrig weiß behaart. Auch die 8 Laufbeine weisen eine schwarz-gelbe Ringelung auf.
Die Giftklauen sind für die menschliche Haut zu schwach, um sie zu durchdringen, außerdem ist die Wespenspinne sehr beißunlustig.

Verbreitung

Argiope bruennichi hat sich von einer im Mittelmeerraum vorkommenden Art, die in Mitteleuropa mit nur wenigen Verbreitungsinseln vorhanden war, aktuell bis nach Nordeuropa ausgebreitet. Mittlerweile ist sie in fast allen europäischen Ländern anzutreffen. Sie bevorzugt offene, sonnige Standorte mit halbhoher Vegetation, wo eine hohe Heuschreckenpopulation vorhanden ist, im Nationalpark Donau-Auen zum Beispiel die Auwiesen bei Stopfenreuth.

Gefährdung und Schutzstatus

Es liegt keine Gefährdung vor.

Lebensweise

Wespenspinne Es ist bemerkenswert, wie geschickt diese Spinnenart verbliebene Nischen in niedrigen Krautschichten nutzt, die Höhe der Netznabe liegt normalerweise zwischen 20 und 70 cm über dem Boden. Sobald sich Beute im Radnetz der Wespenspinne verfangen hat wird sie getötet, die Weichteile werden durch das Gift verflüssigt und anschließend ausgesaugt. Als Nahrung dienen alle am Netzstandort vorkommenden Insekten, von Raupen und Heuschrecken bis zu Fliegen und Schmetterlingen. Unvorsichtige Männchen können noch während oder kurz nach der Begattung ebenso zu Beutetieren werden.
Ab Ende August spinnt das Spinnenweibchen einen Kokon für ihre 100 bis 200 Eier. Die Kokons erinnern an kleine trockene Mohnkapseln, sie sind aus dicken Fadenlagen und einer pergamentartigen Außenhaut errichtet. Die Kokons befinden sich ebenfalls in der Krautschicht und sind an Pflanzenteilen befestigt. Die Tarnung besteht aus zusammengewebten Teilen der Vegetation.
Ca. 4 Wochen nach der Eiablage schlüpfen die Jungtiere, sie bleiben jedoch den ganzen Winter über im wärmeisolierenden und vor Nässe schützenden Kokon. Trotzdem sie ungefähr 8 Monate gemeinsam verbringen, kennen sie keinen sozialen Verband. Jede Einzelne bleibt letztlich ein räuberisch lebender Einzelgänger. Wirklich verlassen werden den Kokon allerdings nur wenige Jungtiere, da die Gefahr von Parasiten (Pilze) befallen zu werden relativ groß ist. In Folge können die Bestände der Spinne jährlich erheblich schwanken. Die erwachsenen Tiere können von Juli bis Oktober beobachtet werden.

Besonderes

Die Naben der Netze werden von einem unregelmäßigen feinen, mehr oder weniger dichten Gespinst überzogen. Meistens wird über oder unter der Nabe das typische strahlend weiße zickzackförmige Gespinstband namens Stabiliment aus feinen, lockeren Fadensträngen gewebt. Über die Bedeutung dieses Stabiliments gibt es verschiedene Theorien. Eine davon besagt, dass die Spinne bei Störung das Netz in schnelle Schwingung versetzt, sodass durch die Körperzeichnung und das Zickzackband eine verschwommene hell-dunkle Bänderung erscheint. Damit ist Argiope bruennichi nicht mehr sicher zu erkennen und es werden nach diesen neueren Auffassungen vermeintliche Angreifer irritiert.





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