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Gemeiner Stechapfel - Datura stramonium

Stechapfel

Seine schönen trichterförmigen Blüten öffnet der Gemeine Stechapfel erst abends. Dann verströmt er einen intensiven parfümartigen, süßlichen Geruch, der Nachtfalter magisch anzieht.

Merkmale

Das einjährige Kraut kann bis zu 1 m hoch wachsen. Die Blätter weisen eine auffällige Äderung auf und strömen einen unangenehmen Geruch aus. Sie sind an der Oberseite dunkelgrün, spitz gelappt und zum Teil sehr groß. Die Blüten können eine weiße oder violette Färbung haben, es sind bis zu 8 cm große trichterförmige Trompetenblüten. Die daraus entstehenden Fruchtkapseln sind eiförmig, mit Stacheln besetzt oder kahl. Nach vollendeter Reife springen sie mit 4 Klappen auf und geben zahlreiche Samen frei.

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich über ganz Europa. Seit ungefähr 1600 scheint die Pflanze in Europa vorzukommen. Die genaue Herkunft ist nicht eindeutig festzustellen, man geht von Mittelamerika aus.

Gefährdung und Schutzstatus

Es besteht keine Gefährdung.

Lebensweise

Die besiedelten Standorte des Stechapfels sind sonnige, nährstoffreiche Standorte wie sie an Weg- und Ackerrändern und Ruderalflächen vorkommen, das Substrat sollte leicht erwärmbar sein. In den Äckern der Landwirtschaft gehört die Pflanze zur Beikraut-Vegetation. Die Blüte kann von Juni bis Oktober angetroffen werden.
Die Giftigkeit der Pflanze ist in allen Teilen gegeben, besonders hoch ist die Dosierung der giftigen Inhaltsstoffe in Samen und Wurzeln. Die Vergiftungssymptome können Hautrötung, Unruhe, Pupillenerweiterung, Bewusstlosigkeit und schließlich Tod durch Atemlähmung umfassen. Von Experimenten und Versuchen wird dringend abgeraten. In der heutigen Zeit wird die Pflanze hauptsächlich als Zierpflanze genutzt. Öffentliche Stellen gehen jedoch wegen der Giftigkeit zunehmend davon ab. Beim Hantieren mit der Pflanze sind Handschuhe vonnöten, da Hautkontakt ebenfalls vermieden werden sollte.

Besonderes

Seit Jahrtausenden findet Datura stramonium als Heilkraut Verwendung. Je nach Kontinent kommt der Pflanze verschiedene Bedeutung zu. In Osteuropa verbrannte man Samen und hat damit Zahnschmerzen vertrieben. Oftmals genutzt hat man die halluzinatorische Wirkung der giftigen Inhaltsstoffe. Sie können das Gefühl erzeugen, in Gestalt eines Vogels zu fliegen. Diese Wirkungen sind kaum steuerbar und können zu Horrortrips und Selbstverletzungen führen. Bei entsprechender Dosierung kann die Rauschwirkung auch mehrere Wochen anhalten. Bekannt ist auch die Wirkung als Aphrodisiakum, weswegen die Samen weltweit Getränken wie Bier zugesetzt wurden. Von einigen Volksgruppen wurde der Stechapfel als Orakelpflanze verwendet, in mittelalterlichen Büchern kann man zahlreiche Rezepte zur Erzeugung von Salben finden.
In der modernen Zeit wird dieses Nachtschattengewächs zur Gewinnung der Alkaloide benutzt die krampflösend wirken, wobei die wissenschaftliche Medizin heute aber wirksamere und sicherere Medikamente zur Verfügung stellen kann.





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