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Krebsschere - Stratiotes aloides

Krebsschere

Die Krebsschere verdankt ihren Namen den krebsscherenartigen Blattbildungen an ihren Blütenstängeln. Vor dem Bau des Marchfeld-Schutzdammes prägten ausgedehnte Krebsscherenbestände die verlandenden donaufernen Augewässer in den Sumpfgebieten des Marchfeldes. Heute ist diese an eine tropische Bromelie erinnernde Pflanze nur noch in wenigen Altarmen zu finden.

Merkmale

Die Art ist eine ausdauernde trichterförmige Rosettenpflanze, die den größten Teil des Jahres untergetaucht lebt. Die steifen bis zu 40 cm langen und 3 cm breiten schwertförmigen Rosettenblätter sind am Rand stachelig gesägt. Sie ragen zur Blütezeit höchstens zur Hälfte aus dem Wasser. Die weißen Blütenblätter sind, wie bei allen Vertretern der Froschlöffel-Familie, 3-zählig angeordnet und deutlich größer als die grünlichen Kelchblätter. Die Pflanze ist zweihäusig weshalb die männlichen Blüten nur Staubblätter und weibliche Blüten ausschließlich Fruchtblätter enthalten. An der Unterseite der Rosette werden unverzweigte Wurzeln gebildet die vor allem der Verankerung im Bodenschlamm dienen.

Verbreitung

Krebsschere Die Krebsschere ist in Mitteleuropa bis Westsibirien verbreitet und auf tiefere Lagen beschränkt. In Nord- und Südeuropa gibt es nur wenige Vorkommen. In Österreich findet man die Krebsschere nur in den March- und Donau-Auen.

Gefährdung und Schutzstatus

Aufgrund der Seltenheit ihrer Standorte ist die Krebsschere in Österreich vom Aussterben bedroht. Problematisch ist hierbei, dass die Krebschere selbst maßgeblich zur Verlandung ihrer Wohngewässer beiträgt. Die Art ist auf die Besiedlung natürlich entstehender abgeschnittener Flussschlingen und Altarme angewiesen. Wo dies durch Flussregulierungen verhindert wird verschwindet die Krebsschere und mit ihr eine Reihe weiterer Schwimmblattpflanzen (etwa der Froschbiß, Hydrocharis morsus-ranae). Lokal haben auch die Fischer zum Verschwinden der Art beigetragen, da die dichten Krebsscherenteppiche eine Angelfischerei unmöglich machen.

Lebensweise

Wenn sich im Frühling und Frühsommer die Gewässer erwärmen steigt die Krebsschere aus ihrem frostsicheren Winterquartier am Gewässergrund an die Oberfläche, bis sich schließlich ein Teil der Rosettenblätter über den Wasserspiegel erhebt. Von Mai bis August können an diesen aufgetauchten Rosetten die weißen Blüten gebildet werden, wobei es aber in Ermangelung des anderen Geschlechts kaum zu einer erfolgreichen sexuellen Fortpflanzung kommt. Häufig unterbleibt überhaupt die Blütenbildung. Wenn ihr die Verhältnisse nicht zusagen taucht die Krebsschere überhaupt nicht oder nur für kurze Zeit aus dem Wasser auf. Die Vermehrung erfolgt vegetativ durch an Ausläufern gebildeten Tochterrosetten die lange mit der Mutterpflanze verbunden bleiben. In dicht verwachsenen Gewässern stapeln sich die Rosetten dicht gedrängt in mehreren Stockwerken und können so den gesamten Wasserkörper ausfüllen. Im Herbst sterben die äußeren Blätter ab während die inneren Rosettenteile durch die Einlagerung von Reservestärke an Gewicht zunehmen, bis sie wieder auf den Gewässergrund absinken.

Besonderes

Als getrenntgeschlechtliche Pflanzen kommen Krebsscheren über weite Strecken oft nur in Form männlicher oder weiblicher Individuen vor. Die Vermehrung erfolgt dann nur vegetativ durch Ausläufer, an deren Ende neue Rosetten gebildet werden. Nach Hochwässern kann eine einzige Tochterrosette, die in ein geeignetes Gewässer verdriftet wurde einen neuen Krebsscherenteppich ausbilden. Eine Fernverbreitung der vegetativen Rosetten ist auch durch Nistmaterial transportierende Vögel möglich. Obwohl die Wahrscheinlichkeit dieser Verbreitungsform gering ist reicht ein sogenannter Jahrzehntetreffer für die Neugründung eines großen klonalen Bestandes.


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