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Grau-Erle - Alnus incana

Grau-Erle

Die Grau-Erle ist eine sommergrüne Baumart. Frisch eingeschlagenes Holz ist auffällig orangerot, die intensive Farbe verschwindet wieder mit dem Austrocknen des Holzes. Grund dafür ist ein Oxidationsprozess.

Merkmale

Die Grau-Erle kann ein Strauch oder ein kleiner Baum sein, der bis zu 15 m hoch wachsen kann. Der Baum ist entweder ein- oder mehrstämmig. Die Krone erscheint etwas zugespitzt. Die locker angeordneten Äste lassen die Krone etwas aufgelöst erscheinen. Die Blätter sind wechselständig angeordnet und sitzen auf bis zu 3 cm langen Blattstielen. Auffällig sind die deutliche Zähnung und die scharfe Spitze des Blattes. Das Laub färbt sich im Spätherbst nicht um, sondern bleibt bis zum Abfallen der Blätter grün. Die Rinde ist glatt und dunkelgrau-grünlich, man kann stark gedehnte Korkwarzenstreifen erkennen. Zur Reifezeit der weiblichen Kätzchen sind sie zapfenartig verholzt und etwa 1 cm lang. Die Zäpfchen hängen in Gruppen von 2 bis 8 Stück am Baum. Die hervorgebrachten Samen sorgen für die Vermehrung, der Wuchs ist schnell und die Bäume erreichen in 10 bis 15 Jahren ihre Höhe. Selten wird die Grau-Erle älter als 50 Jahre.

Verbreitung

Die Art ist in Mittel- und Osteuropa verbreitet, die westliche Verbreitungsgrenze ist Deutschland. Die Verbreitung zeigt eine Bevorzugung von kontinental geprägtem Klima. Es werden Höhen bis zu 1600 m besiedelt.

Gefährdung und Schutzstatus

Für die Grau-Erle ist keine Gefährdung gegeben.

Lebensweise

Alnus incana besitzt ein intensives Stockausschlagsvermögen, wobei das Längenwachstum erst im späten Sommer endet. Die Art ist eine lichtbedürftige Pionierbaumart und wächst gewässerbegleitend am Ufersaum und in Gewässernähe. Sie bevorzugt den Übergang von Weichholzau zur Hartholzau, bei ausreichenden Lichtverhältnissen werden auch trockenere Wälder der Hartholzau besiedelt. Die Grau-Erle kann sehr gut den Boden befestigen und wird deshalb zur Hangsicherung bei Bergrutschungen angepflanzt. Eine weitere positive Eigenschaft des Baumes ist die Fähigkeit, zur Bodenverbesserung massiv beizutragen. An den Wurzeln bilden sie Knöllchen aus die von den Bakterien besiedelt werden. Diese Mikroorganismen verfügen über die Möglichkeit, den molekularen Stickstoff aus der Luft zu binden und dem Wurzelhorizont als organische Stickstoffverbindung zur Verfügung zu stellen. Dadurch steigt der Stickstoffgehalt in den Blättern. Mit den leicht verrottbaren Blättern gelangt der Stickstoff nach der Vegetationsperiode in den Boden. Grau-Erlen bilden ein Herzwurzelsystem mit kräftigen Horizontalwurzeln aus.

Besonderes

Das Holz der Grau-Erle wird besonders von Schnitzern wegen der hellen Farbe und wegen des geringen Gewichtes geschätzt, es ist vergleichbar mit Lindenholz. Wenn das Holz der Witterung ausgesetzt wird so ist es wenig dauerhaft. Wird diese Erle jedoch unter Wasser verbaut, so hat das Holz eine ähnlich hohe Dauerhaftigkeit wie von der Eiche.





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