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Schwarz-Pappel - Populus nigra

Schwarz-Pappel

Die Schwarz-Pappel ist ein rasch- und starkwüchsiger Baum der Flussschotterbänke und der Weichen Au mit meist breit ausladender, unregelmäßig beasteter Krone. Bei günstigen Standortsverhältnissen können Baumhöhen um 30 m und Stammdurchmesser um 2 m erreicht werden. Die Lebensdauer beträgt etwa 100, gelegentlich auch bis zu 300 Jahre.

Merkmale

Schwarz-Pappeln beeindrucken als Altbäume durch ihren starken, knorrigen Wuchs. Sie besitzt die Fähigkeit zur reichlichen Wurzelbrut und Stockausschlägen. Kennzeichnend sind vielfach Stammkrümmungen und die frühe Kronenauflösung. Die Krone ist breit und unregelmäßig aufgebaut. Am Stamm von Altbäumen sind besonders die grobe, x-förmig ausgebildete, dunkelgrau-schwärzliche Borke, das häufige Auftreten von Maserknollen sowie die Bildung zahlreicher Maserknollen auffällige Merkmale. Sie können Baumhöhen bis 35 m und einen Stammdurchmesser bis 2 m erreichen. Die gelb- bis rotbraunen Knospen sind dem Zweig anliegend, oft aber mit nach außen gebogener Spitze, klebrig, kahl oder nur schwach behaart. Die Triebe sind relativ dünn, rundlich, lehmgelb bis hellbräunlich. Die wechselständig angeordneten, 5 - 10 cm langen Blätter sind rundlich-dreieckig, rhombisch, lang zugespitzt und beim Blattaustrieb rötlich-grün, dann oberseits glänzend dunkelgrün, unterseits etwas heller. Wie alle Populus-Arten sind auch die Schwarz-Pappeln zweihäusig und windblütig. Die Blütenstände erscheinen vor der Blattentfaltung im April/Mai. Die Früchte, die etwa im Mai reifen, bestehen aus kleinen, aufspringenden Kapseln, die hellbraune, mit weißem, wolligen Haarschopf versehene Samen enthalten.

Verbreitung

Keimlinge Die Schwarz-Pappel ist von Europa bis Zentralasien verbreitet. Als Flussbegleiter kommt sie in den Niederungen großer Ströme vor, in Europa insbesondere an Loire, Rhône, Donau sowie Rhein, Elbe, Oder und Weichsel. Das exakte natürliche Areal lässt sich jedoch wegen zahlreicher Anpflanzungen heute nur mehr schwer feststellen.

Gefährdung und Schutzstatus

Die Schwarz-Pappel gilt generell in Mitteleuropa als gefährdet und steht als eine von der Ausrottung bedrohte Baumart auf der Roten Liste. In Österreich in allen Bundesländern vorkommend, gilt sie ebenfalls als gefährdet, regional, z.B. im Alpengebiet oder Donauraum, gilt jedoch eine noch stärkere Gefährdungskategorie.

Lebensweise

Schwarz-Pappel Blüte Auf hoch aufgeschütteten sandigen Uferwällen oder schottrigen Standorten kommt die Schwarz-Pappel zur Dominanz. Sie erträgt im Allgemeinen trockene Verhältnisse im Oberboden, braucht aber Grundwasseranschluss und ist als eines der wenigen Gehölze befähigt, Schotterböden zu besiedeln. Schwarz-Pappelauen waren einst an den Flüssen des Alpenvorlandes und dem Donau-Oberlauf weit verbreitet. Begradigungen der Flüsse zur besseren Schiffbarkeit, sowie Eindeichungen oder Kanalisierungen zum besseren Hochwasserschutz oder zur Stromerzeugung hatten nachteilige Auswirkungen auf die Verbreitung der Schwarz-Pappel. Neben solchen, durch wasserbauliche Maßnahmen und spezielle Nutzungsansprüche bedingten ökologischen und landschaftsprägenden Veränderungen, hat der großflächige Anbau leistungsfähiger Wirtschafts-Pappel-Sorten beträchtlich zur Verdrängung der Schwarz-Pappel beigetragen. Heute gibt es europaweite Bemühungen, die letzten verbliebenen natürlichen Vorkommen zu bewahren und das Überleben dieses so beeindruckenden Baumes auch in der Zukunft zu gewährleisten.

Besonderes

Das Holz der Schwarz-Pappel ist im Splint weißlich, im Kern hellbräunlich, ziemlich grob, sehr leicht, weich und hat eine hohe Abriebsfestigkeit. Durch die Ringschäligkeit nicht sehr geschützt, gilt es dennoch als wertvollstes heimisches Pappelholz und wird u.a. für die Herstellung von Holzwolle, Kisten, Haushaltsgeräten, Schnitzereien sowie im Haus- und Möbelbau eingesetzt. In der Naturheilkunde werden Teile der Schwarz-Pappel schon lange eingesetzt. Verwendet werden dabei Teile der Rinde, Knospen sowie das Holz. Die zahlreichen Inhaltsstoffe wirken antiseptisch, fiebersenkend, verdauungsfördernd und wundheilend. Durch ihre bizarre, mächtige Wuchsform im Alter sind die leider selten gewordenen Bäume markante Erscheinungen und u.a. wichtige Brutbäume für große Horstbauer (z.B. Schwarzstorch, Seeadler).





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