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Kratzbeere - Rubus caesius

Kratzbeere

Die weitverbreitete Kratzbeere ist ein kriechender oder kletternder, bis 1 m hoher Strauch, der auf nahezu allen Standorten des Auwaldes, bevorzugt aber an feuchten, nährstoffreichen Stellen, anzutreffen ist und fallweise hohe Deckungswerte erreichen kann. Die an gewöhnliche Brombeeren erinnernden Früchte sind jedoch säuerlich und wenig schmackhaft.

Merkmale

Die niederliegende oder kletternde, bis etwa 1 m hohe Kratzbeere hat anfangs aufrecht stehende, bald aber bogig überhängende, reich verzweigende Schößlinge, die an den Stellen, wo sie den Boden berühren, wieder einwurzeln. Die einjährigen, 2 bis 3 mm dicken, rundlichen Zweige sind bläulich-weiß bereift, ältere Zweigteile haben eine violett bis weinrote Färbung. Die Blütenäste haben kurze, fast gerade Stacheln und Stieldrüsen. Die dünnen Laubblätter sind meist dreizählig, bis 9 cm lang und bis 3 cm breit und grob und ungleich gezähnt. Das Endblättchen ist breit eiförmig bis rautenförmig, die Seitenblättchen fast sitzend und die Nebenblätter lanzettlich. Die fünfzähligen, weißen Blüten erreichen etwa 3 cm im Durchmesser, haben graufilzige, aufrechte Kelchblätter und große, breit eiförmige Kronblätter und sind in Doldentrauben angeordnet. Die langen, dünnen Blütenstiele sind mit feinen Stacheln besetzt. Die bläuliche, bereifte und saftige Frucht besteht aus 5 bis 20 großen Teilfrüchtchen und schmeckt säuerlich. Die Beeren werden jedoch gerne von Vögeln, vor allem Krähen verzehrt.

Verbreitung

Die Kratzbeere hat ihr Verbreitungsgebiet in fast ganz Europa, sie fehlt in Island und der Türkei. In Österreich in allen Bundesländern vorkommend findet man sie auch im Nationalpark an beinahe allen Standorten des Auwaldes.

Gefährdung und Schutzstatus

Weder in Österreich noch in Europa gefährdet.

Lebensweise

Die Kratzbeere wächst in Wäldern, Gebüschen und Dickichten, an Waldrändern, Fluß- und Bachufern, auf Lichtungen, Kahlschlägen und Äckern und kann hohe Deckungswerte erreichen. Da sie Staunässe und längere Überschwemmungen problemlos übersteht, ist sie häufig in Auwäldern zu finden, wo sie gelegentlich regelrechte Dickichte bildet. Sie bevorzugt einen nährstoffreichen, kalkhaltigen Boden und kommt von der Ebene bis in Höhen von 1500 m vor.

Besonderes

Die Kratzbeere ist meist die einzige Brombeere in Auwäldern, ihr säuerlicher Geschmack ist jedoch mit der Gemeinen Brombeere nicht zu vergleichen. Gelegentlich gewinnt man aus ihr den sogenannten "Kroatzbeeren-Likör". Aus der Kratzbeere und der Gemeinen Brombeere entstehen oftmals sehr anpassungsfähige, stark wuchernde Bastarde.





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